Sommergemüse, oder so ähnlich..

Nachdem es die letzten paar Tage etwas ruhiger bei uns war, auch bedingt durch das Ende der Spargelzeit und einer dringend notwendigen (kleinen) Erholungsphase, geht es bei uns jetzt mit dem Sommergemüse weiter.

Besser gesagt: SOLLTE es eigentlich weiter gehen.

Wer unsere Beiträge in den letzten Monaten gelesen hat wird gemerkt haben, dass uns das Wetter nicht wirklich Spaß gemacht hat.

Erst war es zu kalt, dann zu Nass, dann beides. Irgendwie war es grundsätzlich immer zu viel vom Falschen.

Das Wetter spielt in diesem Schaltjahr verrückt, man ertappt sich immer mal wieder dabei zu denken: So ein Jahr hatten wir ja noch nie!

Das ist nicht ganz richtig, die Natur hat eben Ihre speziellen Launen und Schaltjahre sind diesbezüglich oft etwas Besonderes.

Nachdem es lange kalt war, kam der Regen. Viel Regen. Für viele Pflanzen im freien Feld einfach zu viel Regen.

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Unsere Tomaten geben ein trauriges Bild ab. Was Staunässe angeht sind Tomaten generell sehr empfindlich. Das hat leider zur Folge, dass ein beachtlicher Teil unserer Tomatenpflanzen hinüber ist. Wir schauen täglich bei den Tomaten vorbei und hoffen, dass es dieses Jahr kein Totalausfall wird. Aktuell erholen sich wieder einige Pflanzen, aber viele werden es leider nicht schaffen. Die Chefin hat da schon die ein oder andere Träne verdrücken müssen. Die Pflanzen werden gehegt und gepflegt und „verfaulen“ sprichwörtlich auf dem Feld.

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Die Erdbeerzeit ist zwar eigentlich vorbei, aber hier hat der Regen auch sein Übriges getan. Wir sind noch ganz gut weg gekommen, wenigstens gab es in Bischofsheim nur selten zerstörerischen Hagel. Andere Bauern hatten hier wesentlich größere Ausfälle.

Unsere Kartoffeln wären eigentlich mittlerweile auch in größeren Mengen erntebereit, zumindest bei einer normalen Witterung. Dieses Jahr? Die Kartoffeln haben sich mit Wasser vollgesogen, die Haltbarkeit ist dementsprechend noch nicht so, wie wir es gerne hätten. Wir ernten aktuell nur kleine Mengen und nur das, was wir innerhalb weniger Tage im Hofladen verkaufen können.

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Unsere Paprikapflanzen sehen aktuell noch einigermaßen gut aus. Paprikapflanzen können mit viel Wasser besser umgehen als Tomaten. Nichtdestotrotz brauchen sie jetzt unbedingt Sonne (und dementsprechend Wärme). Gleiches gilt für unsere Zucchini, Gurken, Auberginen… usw.

Die Honigernte war dieses Jahr wetterbedingt eine Katastrophe.

Während der Raps blühte, war es für unsere Bienen zu kalt, um den relativ weiten Weg zum Raps und wieder zurück zu fliegen. Dementsprechend haben die Bienen vor der Haustüre, bzw. vor dem Bienenstock, gesammelt, was aber nicht ansatzweise an eine „Großtracht“ wie den Raps heranreicht.

Neben der geringen Honigmenge kam zu allem Überfluss noch das subtropische Wetter dazu mit einer gefühlten Luftfeuchtigkeit von annähernd 99 Prozent.

Den Stock einigermaßen trocken zu halten hat die Bienendamen viel Energie gekostet, da ist es fast verständlich, dass die Umarbeitung des Nektars zu Honig eher nebensächlich war und entsprechend lange gedauert hat.

Die Landwirtschaft war schon immer abhängig vom Wetter. Dieses Jahr wird voraussichtlich alles andere als ein Gutes für uns Landwirte.

Wir harren der Dinge die da kommen und hoffen, dass das Jahr besser wird als es aktuell aussieht und unsere Pflanzen ohne Totalausfälle durchkommen.

Mehr wollen wir eigentlich auch gar nicht.

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